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Tauender Permafrost: Das Tempo der Küstenerosion in Ostsibirien hat sich fast verdoppelt

Die vor allem aus Permafrost bestehenden Steilküsten Ostsibiriens erodieren immer schneller. Zu diesem Ergebnis kommt ein von PROGRESS-Wissenschaftlern am Alfred-Wegener-Institutes geleitetes Projekt, welches Daten und Luftaufnahmen der Küstenstreifen aus den zurückliegenden 40 Jahren ausgewertet hat. Als Gründe für die zunehmende Erosion führen die Forscher die steigende Sommertemperatur in den russischen Permafrostgebieten sowie den Rückzug des arktischen Meereises an. Es fällt als Küstenschutz in jedem Jahr länger aus. In der Folge unterspülen Wellen die Küsten. Gleichzeitig sinkt das Land von oben ein. Besonders betroffen ist die kleine Insel Muostakh östlich des Lena-Deltas. Sie könnte dem anhaltenden Landverlust auf Dauer sogar ganz zum Opfer fallen, so die Experten. Die Ergebnisse des Projektes belegen damit, dass der beginnende Klimawandel zu dramatischen Veränderung in den nordischen Permafrostgebieten führen wird.

Weitere Informationen erteilen:

Frank Günther (Tel.: +49-(0)331-288-2156 ; E-Mail: Frank.Guenther@awi.de) und

Dr. Paul Overduin (Tel.: +49-(0)331-288-2113; E-Mail: Paul.Overduin@awi.de).

Originaltitel der veröffentlichten Studien:

(a) F. Günther, P. P. Overduin, A. V. Sandakov, G. Grosse and M. N. Grigoriev, 2013. Short- and long-term thermo-erosion of ice-rich permafrost coasts in the Laptev Sea region  Biogeosciences, 10, 4297–4318. (Link zum Paper) (Link zum Sonderband „Interactions between the land and sea in the Lena Delta Region“)

(b) F. Günther, P. P. Overduin, A. Baranskaya, T. Opel and M. N. Grigoriev, 2013. Observing Muostakh Island disappear: erosion of a ground-ice-rich coast in response to summer warming and sea ice reduction on the East Siberian shelf, The Cryosphere Discuss., 7, 4101–4176. (Link zum Paper)

Am 29.10.2013 erschien vom Alfred-Wegener-Institut eine entsprechende Pressemitteilung

Auch in den Potsdamer Neuesten Nachrichten erschien ein entsprechender Artikel "Permafrost taut immer schneller"

Druckbare Fotos und Kartenmaterial finden Sie in der Onlineversion dieser Mitteilung finden Sie unter: http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/

 

Die nebeneinander stehenden Kartendarstellungen zeigen den Rückgang der Küstenlinien zwischen 1965 und 2012. Die Analyse erfolgte u.a. unter Verwendung von Luftbild- und Satelittenaufnahmen.